Biosicherheit und gentechnisch veränderte Organismen
Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sowie Mikroorganismen, die in biotechnologischen Anlagen verwendet werden, dürfen nicht in die Umwelt gelangen. Das Kantonale Laboratorium führt Inspektionen und Begehungen durch, um die Sicherheitsmassnahmen solcher Anlagen zu prüfen. Wenn nötig ordnen wir weitere Massnahmen an. Dabei gehen wir risikobasiert vor: je höher das Risiko der gemeldeten Tätigkeit, desto häufiger wird die Betriebseinheit kontrolliert.
Biosicherheit
Ende 2025 waren im Kanton Basel-Stadt 99 Betriebseinheiten mit biotechnologischen Laboratorien oder Anlagen gemäss der Einschliessungsverordnung (ESV) gemeldet. Die Betriebe stammen aus verschiedensten Branchen, wie Diagnostik und Analytik, Grundlagenforschung und Lehre, Pharma, Pharmazeutische Forschung und Entwicklung sowie Schulen. Betriebe oder Einrichtungen müssen ihre biologischen Tätigkeiten gemäss ESV melden. Diese werden je nach Risiko in vier Klassen eingeteilt: kein oder vernachlässigbares Risiko (Klasse 1), geringes Risiko (Klasse 2), mässiges Risiko (Klasse 3) und hohes Risiko (Klasse 4). Mit total 522 Meldungen oder Bewilligungen befindet sich rund ein Sechstel aller meldepflichtigen biotechnologischen Tätigkeiten der Schweiz im Kanton Basel-Stadt. Tätigkeiten mit hohem Risiko (Klasse 4) werden in Basel nicht durchgeführt. Die überwiegende Mehrheit der Tätigkeiten (85 %) gehört zur Klasse 2 und ist damit mit einem geringen Risiko verbunden.
Die Betriebseinheiten werden von uns periodisch risikobasiert kontrolliert. Dabei prüfen wir, ob die Sorgfaltspflicht, die Pflicht zum Umgang in geschlossenen Systemen sowie die Sicherheitsmassnahmen eingehalten werden.
Im Jahr 2025 wurden 21 der 99 gemeldeten Betriebseinheiten (21 %) aufgrund der Risikoeinstufung kontrolliert. In 16 (76 %) dieser Betriebseinheiten wurden Mängel festgestellt, meist jedoch nur geringfügige. Zusätzlich zu diesen risikobasierten, periodischen Kontrollen führten wir zwei Bauabnahmeinspektionen durch. Die Betriebe mussten festgestellte Mängel innerhalb einer vereinbarten Frist beheben.
Insgesamt zeigt sich, dass die Betriebe ihre Eigenverantwortung gut wahrnehmen.
Verteilung biotechnologischer Tätigkeiten und risikobasierte Kontrollen von Betrieben
Betriebe oder Betriebseinheiten müssen biotechnologischen Tätigkeiten an das Bundesamt für Umwelt (BAFU) melden. Je nach Biosicherheitsstufe ist eine Meldung ausreichend oder eine Bewilligung wird durch das BAFU erteilt. Das Kantonale Laboratorium erhält diese Meldungen und kontrolliert risikobasiert, ob die Betriebe die durch die Einschliessungsverordnung geforderten Sicherheitsmassnahmen umsetzen.
Meldungen von biotechnologischen Tätigkeiten nach Biosicherheitsstufe
522
Meldungen
65
Klasse 1
442
Klasse 2
15
Klasse 3
0
Klasse 4
Kontrollierte Betriebseinheiten mit biotechnologischen Tätigkeiten
21
kontrollierte Betriebseinheiten
16
Betriebseinheiten mit Beanstandungen
5
Betriebseinheiten ohne Beanstandungen
Bericht zum Thema Biosicherheit in Betrieben
Überwachung von Betrieben mit Biologielaboren oder Biotechanlagen
Gentechnisch veränderte Organismen in der Umwelt
Der Rheinhafen Kleinhüningen in Basel stellt einen Eintrittspfad für gentechnisch veränderten Raps dar. Beim Umladen von Importweizen kann gentechnisch veränderter Raps als botanische Verunreinigung in die Umwelt gelangen. Seit 2014 wird deshalb im Hafengebiet ein Monitoring durchgeführt. Es erfasst die Verbreitung und veranlasst bei Bedarf Bekämpfungsmassnahmen. Hintergrund dafür ist das Gentech-Moratorium: Es verbietet sowohl den Anbau als auch den unbeabsichtigten Eintrag gentechnisch veränderter Pflanzen.
Rapspflanzen aus dem Hafenareal in Kleinhüningen
Letztes Jahr wurden erneut Rapspflanzen aus dem Hafenareal in Kleinhüningen untersucht.
152
Raps-Pflanzen
wurden im Gebiet des Hafens gesammelt und auf gentechnische Veränderungen untersucht.
13
Prozent
der untersuchten Rapspflanzen wiesen gentechnische Veränderungen auf.
5
GVO-Sorten
mit eingeführter Herbizidresistenz wurden nachgewiesen. Einzelne dieser Raps-Sorten sind besonders schwer aus der Umwelt zu eliminieren.
Gentechnisch veränderter Raps in den letzten 5 Jahren
Anteil GVO aller untersuchter Raps-Pflanzen in %
