Chemische Lebensmitteluntersuchungen und Kennzeichnung
Das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt führt umfassende chemische Lebensmitteluntersuchungen sowie Prüfungen von Nährwertangaben und Kennzeichnungen durch. Somit leisten wir einen zentralen Beitrag zur Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit.
Anzahl Proben und Beanstandungen für unterschiedliche Kontaminanten
Wir haben 2025 acht verschiedene Kontaminanten untersucht. Häufig wurden mehrere Parameter in einer Probe untersucht.
Proben total
davon beanstandet
Kontaminanten
Kontaminanten können auf verschiedene Weisen in unsere Lebensmittel gelangen. Nehmen wir zu viel solcher Stoffe auf, kann das unserer Gesundheit schaden. Deshalb bestehen für viele Kontaminanten Höchstwerte, deren Einhaltung wir überprüfen. Für einige Kontaminanten bestehen (noch) keine Höchstwerte. In solchen Fällen ist der Vollzug anspruchsvoller, weil zuerst geprüft werden muss, wie hoch das Risiko der jeweiligen Kontamination ist. Im Berichtsjahr haben wir Lebensmittelproben auf acht verschiedene Kontaminanten untersucht.

Prozesskontaminanten
Bei Acrylamid handelt es sich um eine sogenannte Prozesskontaminante, weil der Stoff während der Verarbeitung der Lebensmittels entsteht. So kann Acrylamid zum Beispiel bei der Herstellung von Backwaren oder Pommes Frites entstehen. Betriebe sind angehalten, Massnahmen zu treffen, damit ihre Lebensmittel möglichst wenig Acrylamid enthalten. Bei der Untersuchung von Knuspermüsli - oft von kleineren Herstellern produziert - wurden überraschend viele Produkte gefunden, deren Acrylamidgehalt über dem Richtwert lag.
Zu den weiteren Prozesskontaminanten zählen Transfettsäuren. Fettsäuren können von Natur aus Doppelbindungen enthalten (ungesättigte Fettsäuren), die bei starkem Erhitzen zu Transfettsäuren reagieren. Früher war das bei gehärteten Pflanzenfetten sehr häufig. Heute hat die Industrie dieses Problem weitgehend im Griff. Im Berichtsjahr wurden keine Proben gefunden, bei denen der Höchstwert überschritten war. Transfettsäuren können im Rahmen derselben Analyse bestimmt werden, mit der auch der Gehalt an gesättigten und ungesättigten Fettsäuren für die Überprüfung der Kennzeichnung untersucht wird (siehe Nährwertangaben weiter unten).
Rückstandskontaminanten
Andere Kontaminanten sind Stoffe, die bei der Herstellung, Lagerung oder beim Transport von Lebensmitteln eingesetzt werden. Für diese gibt es oft Rückstandshöchstwerte. Eine bekannte Gruppe dieser Kategorie sind Pflanzenschutzmittel. Erfahrungsgemäss weisen Gemüse und Früchte aus Asien häufig zu grosse Rückstände an Pflanzenschutzmitteln auf. Das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt versteht sich als Teil eines Netzwerks von Überwachungslaboratorien. Deshalb werden in Basel selbst keine Pflanzenschutzmittel untersucht, damit sich das Labor auf andere Fachgebiete spezialisieren kann. Um die in Basel ansässigen, national tätigen Importeure von Gemüse aus Asien dennoch zu kontrollieren, wurden Proben erhoben und im Kanton Aargau untersucht. Wie erwartet mussten einige Proben beanstandet werden.
Begasungsmittel werden eingesetzt, um gelagerte Lebensmittel vor Schädlingen zu schützen. Bei konventionell hergestellten Produkten werden gelegentlich Höchstwertüberschreitungen der untersuchten Substanzen festgestellt, allerdings nur bei einem kleinen Teil. Bei biozertifizierten Lebensmitteln ist der Einsatz von Begasungsmitteln nicht erlaubt. In wenigen Fällen überschritten Proben jedoch den Interventionswert von Begasungsmitteln in Lebensmitteln.
Biotoxine
Eine weitere Klasse von Kontaminanten sind Biotoxine. Dabei handelt es sich um giftige Stoffe, die von Pflanzen oder Schimmelpilzen gebildet werden, die wir normalerweise nicht essen. Gelangen jedoch solche Pflanzen oder Schimmelpilze bei der Ernte, Produktion oder Lagerung unbeabsichtigt in die unsere Lebensmittel, kann der Gehalt an Biotoxinen so hoch werden, dass eine Gesundheitsgefährdung nicht mehr ausgeschlossen ist. Ergotalkaloide werden von einem Schimmelpilz gebildet, der besonders häufig auf Roggen oder Dinkel wächst. Die sogenannten Sklerotien sind aus der Nähe eigentlich leicht sichtbar. Aus der Perspektive eines Mähdreschers auf einem Roggenfeld ist es jedoch deutlich schwieriger, sie zu erkennen, so dass Sklerotien mitgeerntet werden können. Dieses Problem ist seit Jahrhunderten bekannt. Im Berichtsjahr wurden jedoch keine Höchstwertüberschreitungen festgestellt.
Die Alternariatoxine werden von Alternaria-Schimmelpilzen gebildet, die oft Paprika oder Tomaten befallen. Werden solche Produkte industriell verarbeitet, ist es möglich, dass schimmlige Waren versehentlich mitverarbeitet werden. Für Alternariatoxine gibt es keine gesetzlichen Höchstwerte. Es fehlen noch ausreichende Daten, um einen Grenzwert abzuleiten, bei dem die Aufnahme der Toxine bedenkenlos ist. Es gibt allerdings Orientierungswerte, die angeben, ob Produkte nach guter Verfahrenspraxis hergestellt wurden. Im Berichtsjahr lagen bei sechs Proben die gemessenen Werte darüber.
Andere Kontaminanten
Die letzte Gruppe von Kontaminanten, die im Berichtsjahr untersucht wurden, sind absichtlich zugesetzte Stoffe, die entweder verboten sind oder für die gesetzliche Höchstwerte gelten. Paprika kann beispielsweise durch den Zusatz von rotem Farbstoff optisch ansprechender gemacht werden. Werden jedoch verbotene Farbstoffe eingesetzt, dürfen solche Lebensmittel nicht mehr verkauft werden. Im Berichtsjahr wurde kein Einsatz verbotener Farbstoffe festgestellt.
Zur Reinigung von Arbeitsoberflächen werden häufig Desinfektionsmittel eingesetzt. Anschliessend müssen die Arbeitsoberflächen jedoch so gründlich gereinigt werden, dass keine Rückstände von Desinfektionsmitteln in die Lebensmittel gelangen. Im Berichtsjahr haben wir 36 Proben untersucht und dabei keine Höchstwertüberschreitung festgestellt.
137
kontrollierte Produkte
8
Fehler bei Proteingehalt
14
Fehler bei Fettgehalt
115
nicht zu beanstanden
Nährwerte
Die Nährwerttabelle auf fast allen vorverpackten Lebensmitteln informiert Konsumentinnen und Konsumenten unter anderem über den Fett-, Protein- und Kohlenhydratgehalt eines Lebensmittels. Die angegebenen Werte werden oft anhand des Rezeptes berechnet, müssen jedoch korrekt sein. Neben der Sicherheit, Hygiene und der Information der Konsumentinnen und Konsumenten gehört auch der Schutz vor Täuschung zu den vier Hauptzielen des Lebensmittelgesetzes.
Das Kantonale Laboratorium überprüfte 2025 die Angaben von Fett- und Proteingehalten. Beim Fettgehalt wurde teilweise auch die Fettsäurezusammensetzung untersucht, also der Anteil an gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. Diese Zusammensetzung kann zum Beispiel bei Olivenöl stark schwanken. Deshalb müssen Hersteller solche Werte häufiger selbst analytisch bestimmen, um korrekte Angaben machen zu können. Im Berichtsjahr mussten wir in 21 Fällen fehlerhafte Deklarationen beanstanden.
249
kontrollierte Produkte
22
Kennzeichnungsfehler
227
nicht zu beanstanden
Kennzeichnung
Bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln wird überprüft, ob alle vorgeschriebenen Angaben vorhanden sind. Dazu gehören unter anderem das Warenlos, das Mindesthaltbarkeitsdatum und die Zutatenliste. Neben dem Inhalt der Kennzeichnung wird auch beurteilt, ob sie gut lesbar ist, etwa ob Schriftgrösse oder der Kontrast genügend sind. Besonders strenge Anforderungen gelten für bestimmte Produkte wie Säuglingsnahrung. Am Kantonalen Laboratorium wird die Kennzeichnung bei vielen Proben stichprobenartig untersucht. Dennoch wurden im Berichtsjahr 22 Proben gefunden, die nicht korrekt gekennzeichnet waren. Die betreffenden Hersteller oder Importeure wurden angewiesen, die Kennzeichnung zu korrigieren.
Berichte zu chemischen Untersuchungen von Lebensmitteln
Importierte Gemüse und Gewürze / Pestizidrückstände
Knuspermüesli-Granola / Acrylamid, Transfettsäuren, Fettsäuren und Gesamtfett
Bio-Getreide / Begasungsmittel
Glutenfreie Lebensmittel ohne Zertifizierung / Gluten, Allergene, GVO, Fettgehalt und Kennzeichnung
Untersuchungen von getreidebasierten Lebensmitteln / Ergotalkaloide
Guetzli und Cracker / Acrylamid, Transfettsäuren, Fettsäuren und Gesamtfett